Statue der Justitia mit Waage als Symbol für Recht, Integrität und Gerechtigkeit, im Hintergrund historische Bücherregale in einer Bibliothek.
Statue der Justitia mit Waage als Symbol für Recht, Integrität und Gerechtigkeit, im Hintergrund historische Bücherregale in einer Bibliothek.

Homöopathie - Was ist da los?

Als Fachbeiräte der Constantin Hering Stiftung unterstützen wir nachdrücklich die Zielsetzung und die Arbeit dieser Stiftung: die Homöopathie als ganzheitliches Heilsystem in der Medizin sichtbar zu machen und sie in Praxis und Forschung konsequent weiterzuentwickeln.

Wir begrüßen das vorliegende Positionspapier, weil es die Homöopathie in ihrer ganzen Breite und Tiefe darstellt und damit einen wesentlichen Beitrag zur sachlichen, fundierten und vorurteilsfreien Diskussion in Öffentlichkeit und Politik leistet.

Im Zentrum der Biowissenschaften und der Medizin steht das Erforschen biologischer Systeme, ihrer vielfältigen Interaktionen und Regulationsmechanismen – mit dem klaren Ziel, Gesundheit zu fördern und Krankheiten ursächlich zu heilen.

Unser gegenwärtiges Verständnis dieser Vorgänge muss stets im Bewusstsein der methodischen Grenzen des jeweiligen Wissensstandes kritisch betrachtet werden. Naturwissenschaftlicher Fortschritt erweitert nicht nur unser Wissen, sondern liefert häufig auch schlüssige Erklärungen für bislang unerklärte, aber klinisch wahrgenommene Phänomene.

So haben Genetik und Epigenetik in vielen Bereichen langjähriges Erfahrungswissen wissenschaftlich fundiert und die Medizin nachhaltig bereichert. Die hochkomplexen biotischen und abiotischen Interaktionen lebender Organismen verlangen in der Medizin ein konsequent systemorientiertes Denken und Handeln, das dem individuellen Lebewesen gerecht wird. Hierfür ist ein ganzheitlicher biowissenschaftlicher Ansatz unverzichtbar.

Moderne Medizintechnik und Pharmazeutika allein greifen zu kurz, weil sie auf einem verengten mechanistischen und technokratischen Verständnis beruhen. Dringender denn je benötigen wir kontextbezogene biologische, biochemische, ökologische, psychoneuroimmunologische, systemische und informationsbezogene Betrachtungsweisen, die den Menschen als Ganzes - und in seinem komplexen eingebettet Sein in Natur und Umwelt - in den Blick nehmen.

Die Homöopathie verfolgt seit Samuel Hahnemann eben diesen ganzheitlichen Ansatz. Ihr Ziel ist eine ursächliche, nachhaltige und nebenwirkungsarme Heilung – und sie erreicht dies seit über zweihundert Jahren mit überzeugenden klinischen Erfolgen. Überraschend und erfreulich zugleich ist, dass viele ihrer grundlegenden Prinzipien und klinischen Phänomene heute durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse erklärbar geworden sind.

Umso unverständlicher bleibt die anhaltende, oft pauschale Kritik an diesem Heilsystem, deren zentraler Vorwurf stets der angeblich fehlende wissenschaftliche Nachweis ist. Klinische Erfolge und vorhandene Grundlagenforschung werden dabei regelmäßig ignoriert.

Natürlich bedarf die Homöopathie weiterer klinischer, pharmakologischer und grundlagenwissenschaftlicher Forschung sowie der Entwicklung adäquater Methoden – dies gilt jedoch gleichermaßen für alle medizinischen Disziplinen. Das Wesen von Wissenschaft ist Erkenntnisgewinn und Fortschritt. Dieser darf nicht strukturell oder materiell beschränkt werden, nur weil er dem herrschenden Zeitgeist widerspricht.

Forschung zur Homöopathie muss daher aktiv ermöglicht und zugelassen werden. Es fehlt jedoch an den notwendigen strukturellen und finanziellen Voraussetzungen sowie an einer echten Bereitschaft zur Wissenschaftsfreiheit.

Universitäten und Forschungseinrichtungen mangelt es vielfach an Mut und Ressourcen für eine unvoreingenommene, freiheitliche Forschung auf diesem Gebiet. Die Unterstützung durch Sponsoren und Mäzene allein reicht nicht aus und stößt oft an institutionelle Grenzen und fehlende Akzeptanz. Eine breite Anerkennung der Homöopathie in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik ist jedoch untrennbar mit ihrer Integration in die Universitätsmedizin verbunden.

Gerade die Universitäten bieten die ideale interdisziplinäre Plattform, um Wissenschaft und Praxis sinnvoll zu verknüpfen.

Wir appellieren daher:

An die Universitäten und Forschungseinrichtungen: Schaffen Sie die notwendigen Freiräume für homöopathische Forschung und Lehre! Ermöglichen Sie die Integration der Homöopathie in die Universitätsmedizin!

An die medizinische Fachwelt: Setzen Sie sich offen und vorurteilsfrei mit dem ganzheitlichen Heilsystem Homöopathie auseinander! Akzeptieren und respektieren Sie Ihre homöopathisch arbeitenden Kolleginnen und Kollegen! Praktizieren Sie das Miteinander im Geiste einer echten Integrativen Medizin! Anerkennen Sie die Therapie- und Methodenfreiheit ebenso wie die Wahlfreiheit der Patientinnen und Patienten und der Bevölkerung!

An die Politik: Akzeptieren und finanzieren Sie freie Forschung, Lehre sowie Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Homöopathie! Treten Sie für eine objektive, vorurteilsfreie und faktenbasierte Anerkennung dieses Heilsystems in Ihrem politischen Handeln ein!

An die Medien: Ermöglichen Sie eine sachliche, faktenbasierte Berichterstattung und Meinungsbildung!

Lassen Sie uns gemeinsam für die Akzeptanz, das Weiterleben und die Weiterentwicklung eines traditionsreichen und klinisch erfolgreichen Heilsystems eintreten. Lassen Sie uns die vorhandenen Erfolge wahrnehmen und nutzen.

Die Fachbeiräte

Prof. Dr. Anna Reichlmayr-Lais

Dr. med. Thomas Quak


Homöopathie - Fakten, Datenlage, gesundheitspolitische Handlungsoptionen

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