Übersetzung als Leseservice der Constantin Hering Stiftung, ohne Gewähr. Weitere Informationen und Link zur Original-Arbeit siehe rechte Spalte oder in der mobilen Ansicht unserer Website über das Info-Symbol.
Abstract
"Ziel
Schätzung des Anteils der im Rahmen von Cochrane-Reviews getesteten Gesundheitsmaßnahmen, die gemäß hochwertiger Evidenz wirksam sind.
Methoden
Wir wählten eine Zufallsstichprobe von 2.428 (35 %) aller zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 5. März 2021 veröffentlichten Cochrane-Reviews aus. Wir extrahierten die Daten über jene Interventionen innerhalb dieser Reviews, die entweder mit einem Placebo oder keiner Behandlung verglichen wurden und deren Outcome-Qualität anhand des GRADE-Systems (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) bewertet wurde. Wir berechneten den Anteil der Interventionen, deren Nutzen auf qualitativ hochwertiger Evidenz basierte (definiert als eine qualitativ hochwertige GRADE-Bewertung für mindestens ein primäres Outcome, statistisch signifikante positive Ergebnisse und von den Review-Autoren als wirksam beurteilt). Wir berechneten auch den Anteil der Interventionen, die auf einen Schaden hindeuteten.
Ergebnisse
Von 1.567 infrage kommenden Interventionen wiesen 87 (5,6 %) qualitativ hochwertige Belege für ihren Nutzen auf. Bei 577 (36,8 %) Interventionen wurden Schäden festgestellt. Bei 127 (8,1 %) davon gab es statistisch signifikante Belege für diese Schäden. Die Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit der Bewertungen der Cochrane-Autoren (einschließlich ihrer GRADE-Bewertungen) war die größte potenzielle Einschränkung unserer Studie.
Schlussfolgerung
Mehr als 9 von 10 Gesundheitsmaßnahmen, die in aktuellen Cochrane-Reviews untersucht wurden, werden nicht durch hochwertige Evidenz gestützt, und über Schäden wird zu wenig berichtet."