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Abstract
"Der nicht täuschende Placebo-Effekt bei offener Gabe/Intervention ("Nondeceptive placebo") hat sich in der klinischen Praxis bewährt. Obwohl die zugrundeliegenden Mechanismen noch unklar sind, könnten der nicht täuschende Placebo-Effekt und der nicht täuschende Nocebo-Effekt durch die Erwartungshaltung vermittelt werden. Um zu untersuchen, inwieweit die Erwartungshaltung diese Effekte beeinflusst, wurden in der vorliegenden Studie nicht täuschende Placebo- und Nocebo-Effekte bei unterschiedlichen Erwartungsniveaus verglichen. Zweiundsiebzig gesunde Teilnehmerinnen unterzogen sich einer Standardkonditionierung, um Placebo- und Nocebo-Effekte zu ermitteln. Nacheinander wurden die Teilnehmerinnen nach dem Zufallsprinzip in eine der vier Versuchsgruppen eingeteilt - Baseline (BL), keine Erwartungsintervention (no expectation intervention - NoEI), erwartungssteigernde (expectation increasing - EI) und erwartungsmindernde (expectation decreasing - ED) -, um entweder keine Intervention oder Interventionen durch verschiedene verbale Suggestionen zu erhalten, welche ihre Erwartung modulierten. Placebo- und Nocebo-Effekte wurden in allen vier Gruppen nach der Konditionierungsphase festgestellt. Nach Aufdeckung der Placebo- und Nocebo-Effekte blieben die analgetischen und hyperalgetischen Effekte jedoch nur in der EI-Gruppe im Vergleich zur BL-Gruppe bestehen. Unsere Ergebnisse belegen die entscheidende Rolle der erhöhten Erwartungshaltung bei nicht täuschenden Placebo- und Nocebo-Effekten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein offener Placebo- oder Nocebo-Effekt an sich nicht ausreicht, um eine starke analgetische oder hyperalgetische Reaktion hervorzurufen, und geben Aufschluss über die Verabreichung offener Placebos und die Vermeidung offener Nocebos in der klinischen Praxis."