Röntgenbild einer Lunge. Darüber die Begriffe: Treatment of Pneumonia, Guidelines, Repertory, Case Reports, Materia Medica.
Röntgenbild einer Lunge. Darüber die Begriffe: Treatment of Pneumonia, Guidelines, Repertory, Case Reports, Materia Medica.

Das Homöopathische Pneumonie Projekt (HPP)

Homöopathische Behandlung im 21. Jahrhundert. Guidelines, Materia Medica, Repertorium und Fälle.

Projektpräsentation

Während der COVID-19-Pandemie starteten zwei österreichische Kollegen, Dr. med. Tom Vogel und Dr. med. Martin Wernhart ein sehr ambitioniertes Projekt.

Das Vorhaben bestand darin, sämtliche referenzierten Quellen zur homöopathischen Behandlung von mit Lungenentzündung (Pneumonie) und/oder Pleuritis (Rippenfellentzündung) der letzten 200 Jahre zusammenzustellen und mit dem aktuellen klinischen Wissen und Vorgehen zu verbinden.

Die Arbeit konnte in einem mehrjährigen Prozess abgeschlossen werden. Herausgekommen ist ein Referenzwerk von besonderer Güte mit einem speziellen Anspruch. Das englischsprachige E-Book wird als Open Source veröffentlicht und steht Kolleginnen und Kollegen weltweit zum freien Download zur Verfügung.

Die Constantin Hering Stiftung unterstützt diese idealistisch geprägte Haltung und das Projekt aufgrund seiner inhaltlich hohen Qualität und hat von den Autoren eine Lizenz zur weltweiten Verbreitung erhalten.

Zunächst erfolgt die Vorstellung des Projekts durch die Autoren, gefolgt von einem Interview. Die Download-Links zum kostenlosen eBook „Pneumonia – A Synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0“ befinden sich am Ende der Seite.

Autoren | Authors

Dr. med. Tom Vogel, Dr. med. Martin Wernhart

Einleitung | Introduction

Pneumonien zählen nach wie vor zu den häufigsten akuten Erkrankungen mit potentiell letalem Ausgang.

Durch die hohe Bandbreite der beteiligten anatomischen Strukturen, des Beschwerdebildes, der möglichen Erreger und des Schweregrades ist die Mortalitätsrate auch mit moderner konventionell-medizinischer Behandlung sehr variabel. Genaue statistische Zahlen sind nicht zuletzt aufgrund der hohen Dunkelziffer der Krankheitsfälle nicht zu eruieren. Laut aktuellen Schätzungen der WHO erkranken jährlich mehr als 100 Mio. Menschen daran. Zwischen 1-1,5% aller Patienten in Krankenhäusern erwerben eine nosokomiale Pneumonie mit einer Mortalität von 30-70%.

Es gibt 200 Jahre Erfahrung mit klassischer Homöopathie in der Behandlung von Menschen mit Pneumonie mit zum Teil beeindruckenden Erfolgen schon vor der Ära der Antibiotika.

Das HPP hat sich seit dem Jahr 2020, mit dem Beginn der SARS-CoV2-Pandemie, zum Ziel gesetzt, diese Erfahrung zusammenzutragen und für alle interessierten Homöopathen und Homöopathinnen zur Verfügung zu stellen.

Zeitraum | Projekt period

Der Beginn des Projektes war 3/2020.

Die Fertigstellung des E-Books erfolgte 11/2025.

Die erste Integration in einer homöopathischen Arbeitssoftware erfolgte (JRep) 11/2025. Weitere werden angestrebt.

Die Übersetzung des Werks in weitere Sprachen (Russisch, Spanisch, Portugiesisch) ist seit 6/2025 in Arbeit beziehungsweise angestrebt.

Methodik | Methodology

  • Umfassende homöopathisch relevante Literaturrecherche, verteilt in Büchern, Zeitschriften und Artikeln in deutscher und englischer Sprache, mit entsprechenden Verweisen um größtmögliche Literatur-Transparenz zu erreichen.
  • Zusammenfassung der Pneumonie-spezifischen Materia Medica um redundante Informationen zu vermeiden.
  • Aufbereitung der gesammelten Informationen in ein Repertorium auf Basis des Pneumonie-Repertorium von A. und & D.T. Pulford
  • Erstellung einer umfassenden klinischen Einführung mit Details zur Pathophysiologie, Diagnostik, Fallmanagement, etc.
  • Einarbeitung moderner Erkenntnisse der konventionellen Medizin
  • Einbeziehung und Erstellen von Klinischen Scores und Guidelines
  • Sammlung und Aufbereitung von historischen und zeitgenössischen Fällen für die Behandlung

Ergebnisse | Results

  • Buch als E-Book und Print-On-Demand erhältlich.
  • Pneumonia – A synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0 - Clinical Guidelines, Materia Medica, Repertory and Case reports, 837 Seiten.
  • Derzeit in englischer Sprache (Übersetzungen in diverse Sprachen werden angestrebt)
  • Das eBook „Pneumonia – A Synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0” steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung.
  • Die homöopathische Arbeits-Software steht kostenlos zur Verfügung bei JRep.
Buchcover: Pneumonia - A synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0

Diskussion | Discussion

  • Die Entscheidung, das Buch in englischer Sprache zu erstellen, beruht zum einen darauf, dass der überwiegende Teil der recherchierten Literatur ursprünglich in englischer Sprache verfasst wurde, und zum anderen, dass Englisch als Weltsprache eine größere internationale Verbreitung ermöglicht.
  • Der Versuch ein kompaktes und gleichzeitig umfassenden Werk zu erstellen erfordert Kompromisse. Der Hauptfokus lag darauf, Pneumonie-spezifische und klinisch verifizierte Informationen diverser Autoren zu sammeln. Dabei ist es schwierig eine scharfe Unterscheidung in klinischen Grenzfällen zu ziehen (zum Beispiel Bronchitis im Übergang zur Bronchopneumonie).
  • Auch die Einbeziehung allgemeiner, konstitutioneller Reaktionsmuster eines Arzneimittels im Gegensatz zur ausschließlichen Betrachtung der Prüfungs- und Heilungssymptome steht in offenem Diskurs. Im vorliegenden Werk haben wir die gesammelten Informationen der Autoren sprechen lassen.
  • Inwieweit die diagnostische Auswahl klinischer Zeichen und Symptome sich ausschließlich auf die Ergebnisse aus homöopathischen Arzneiversuchen (traditionell: Homöopathische Arzneimittelprüfung HAMP) oder auch auf Erkenntnisse aus geheilten Fällen beziehen soll, wurde von uns nicht weiter differenziert. Im vorliegenden Werk wurden daher alle empirisch gesammelten Daten unverändert den jeweiligen Autoren zugeordnet.

Schlussfolgerungen | Conclusion

  • Homöopathie ist eine preiswerte und effektive Behandlungsoption bei Pneumonie.
  • In Zeiten zunehmender Antibiotika-Resistenzen, Lieferengpässen und/oder viralen Pandemien kann Homöopathie eine wichtige Rolle für die Weltgesundheit spielen.
  • Die Zusammenstellung der publizierten homöopathischen Erfahrung und Kombination mit moderner Medizin ist ein Beispiel für Best-Practice Literatur.
  • Open Source Literatur bietet die Möglichkeit, das Wissen weltweit, schnell und unentgeltlich zu teilen und zu nutzen.

Höhepunkte | Highlights

  • Spezifische Materia Medica zu 146 Arzneimitteln
  • Das derzeit umfassendste Pneumonie-Repertorium
  • 500 publizierte homöopathische Fallberichte
  • Konzentrierte Erfahrungen zur Dosologie
  • Moderne Richtlinie für Fallaufnahme und Fallmanagement
  • Wissenswertes bzgl. Zusätzlicher Behandlungen (z.B. Flüssigkeit, Sauerstoff, etc.)

Zusammenfassung | Summary

Mit dem Werk „Pneumonia – A synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0“ wurde 200 Jahre Erfahrung in der homöopathischen Behandlung von Pneumonie zusammengefasst und mit modernen klinischen Hinweisen bereichert. So kann homöopathische Praxis im 21. Jahrhundert aussehen.

Referenzen | References

  • siehe die Bibliographie in „Pneumonia – A Synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0“.

Besonderen Dank an folgende Experten und Expertinnen und Institutionen für ihre zeitgenössischen Beiträge und die Wertschätzung unserer Arbeit:

  • Tjado Galic und die Constantin Hering Stiftung für homöopathische Medizin® (Deutschland)
  • Ernst Wendt Stiftung (Deutschland)
  • Pierre Schmidt Stiftung (Schweiz)
  • Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie (Österreich)
  • Prof. Dr. Carlos Campora (Argentinien)
  • Dr. Andre Saine and the Team of the MMPP (Kanada)
  • Prof. Dr. Michael Frass Dr. Burgi Meisl, Dr. Christoph Abermann (Österreich)
  • Dr. Hans-Jörg Hee (Schweiz)
Dr. med. Tom Vogel
Dr. med. Tom Vogel

Kontakt Dr. med Tom Vogel

E-Mail: ordination@drvogel.at

Telefon: +43 660 73 67 497

Website: https://drvogel.at

Dr. med. Martin Wernhart
Dr. med. Martin Wernhart

Dr. med. Martin Wernhart

Interview mit Dr. med. Tom Vogel

Das Interview mit Dr. med. Tom Vogel wurde am 18. Januar 2026 von Tjado Galic im Auftrag der Constantin Hering Stiftung für homöopathische Medizin® geführt.

Was waren Deine persönlichen Motive für das Projekt?

Seit über 20 Jahren beschäftigt mich die Frage, welche Qualitätsmanagement-Kriterien für die homöopathische Ausbildung und Praxis relevant sind.

Als junger Arzt initiierte und leitete ich dazu das Goldstandard-Fallaufnahmeprojekt. Dies beinhaltete Literaturrecherche, Fachinterviews und ein Symposium – inkl. einer Evaluation häufiger und/oder schwerwiegender Fehlerquellen homöopathischer Ausbildung und Praxis.

… und für die Kollegenschaft allgemein?

Zu Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie im März 2020 wollten wir einfach bestmögliche Infos für die Behandlung von Menschen mit Pneumonie zusammentragen.

Im Fortschritt unserer Arbeit fanden wir immer mehr Werke und Daten aus 200 Jahren (ca. 150 Quellwerke gesamt) zu unterschiedlichen relevanten Themen für hochqualitative homöopathische Therapie in diesem Bereich. Dieses Material wollten wir sorgfältig sichten und in eine Übersicht bringen.

Wir wollten dabei auch den Fortschritt der Erkenntnisse der letzten 200 Jahre in der Behandlung möglichst exakt abbilden (z B. die Dosologie, das Fallmanagement etc.).

Wie war Eure Vorgehensweise für dieses Pneumonie-Projekt?

Es war uns zu Beginn nicht klar, wie umfangreich die vorhandene Literatur tatsächlich ist und wie viel Arbeit durch das Sichten und Zusammenstellen der Informationen auf uns zukommt - letztlich stecken in diesem Projekt ca. 3000 Stunden allein für die inhaltliche homöopathische Arbeit. Darin sind noch keine Aufwände für die Begleitung der grafischen Umsetzung, der Programmierung einer homöopathischen Software (Integration in https://jrep.de), Übersetzungsarbeiten in diverse Sprachen sowie die weltweite Präsentation und Verbreitung der Arbeit enthalten.

Wie seid ihr vorgegangen?

1. Recherche

Recherche relevanter Quellen zu klinischen Erfahrungen zu Pneumonie, das heißt:

a. Erweiterte Literaturrecherche: Radar und Synergy (ehemals McRepertory) mittels Stichwortsuche systematisch durcharbeiten

b. Zusätzlich haben wir Experten nach relevanter Literatur befragt (etwa 20–30 sehr erfahrene Praktiker und Praktikerinnen)

c. Wesentliche Informationen aus dem Materia Medica Pura Project von Dr. André Saine wurden uns vom Projektleiter Roland Methner zur Verfügung gestellt

d. Sowie die Durchsicht weiterer digitaler Datenbanken der historischen Literatur.

Im Ergebnis haben wir 150 Quellen identifiziert, die in der homöopathischen Literatur zum Thema Pneumonie Informationen zur klinischen Einführung, Materia Medica und Repertorien enthalten.

2. Kasuistiksammlungen

Im nächsten Schritt wurden Kasuistiksammlungen in homöopathischen Journalen durchforstet.

Rund 500 Fälle, die nicht alle im Einzelnen referenzierbar[1] sind, wurden dennoch ausgewertet.

Von uns wurden alle Informationen, die in der Materia Medica und in den Repertorien fehlten, zunächst nach klinischen Gesichtspunkten geprüft und bei guter Qualität ergänzt. Es war möglich, viele klinische Hinweise zu finden, die sich einerseits als fehlerhafte Therapie herausstellten und andererseits zum Teil verblüffend gut begründete Zusatzinformationen lieferten.

Dies führte im Ergebnis dazu, Symptomkombinationen für Arzneien differenzierter zu erfassen sowie Schwerpunkte differentialdiagnostischer Arzneisymptome zu erkennen und zu gewichten.
Auf diese Weise wurde das Material für die Materia Medica und das Repertorium zusammengestellt.


[1] In der Literatur handelt es sich oft um Kongressberichte oder Sammelpublikationen, welche die klinischen Informationen vieler Praktiker zusammenfassen ohne sie im Einzelnen zu benennen.

3. Clinical Guidelines

Außerdem haben wir sukzessive weitere wichtige Themen für moderne, hochqualitative Ausbildung und Praxis gesammelt und die Informationen in einem eigenen Teil „Clinical Guidelines“ zusammengefasst. Dazu gehören umfassende Darstellungen der pathognomonischen Symptome und Verlaufsformen der Pneumonie, die Besonderheiten der Fallaufnahme und des Fallmanagements, insbesondere die Schwerpunkte der Dosologie sowie weitere therapeutische Maßnahmen (z. B. Sauerstoffgabe, Flüssigkeitszufuhr etc.).

Für eine leitliniengerechte Vorgehensweise war uns auch wichtig, moderne Entscheidungskriterien bezüglich der Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung möglichst genau zu definieren.

Dabei haben wir das Datenmaterial auch historisch aufgearbeitet, um herauszuarbeiten, wann wie vorgegangen wurde, um die Entwicklungen in der Behandlung entsprechend abzubilden, z. B. die fortschreitende Verwendung immer höherer Potenzen und immer häufigerer Gaben in der akuten Krise einer Pneumonie-Behandlung.

Dafür war es auch erforderlich, den aktuellen Stand anderer medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse einzuarbeiten.

Hieraus ergab sich aus homöopathisch-ganzheitlicher Perspektive auch ein kritischer Blick auf die konventionelle Vorgehensweise, beispielsweise auf den Umgang mit Fieber, Effekte von Pneumokokkenimpfungen und vieles mehr.

Wie schätzt ihr den Aufwand als Ganzes rückblickend ein?

Das Projekt entwickelte sich zu einem umfangreichen Prozess, der stets von dem Leitgedanken getragen war, was alles noch wertvoll sein könnte, um das Thema „Pneumonie-Behandlung“ fachgerecht und differenziert zu erfassen. Das Konzept des Buches hat sich als „Work in Progress“ entwickelt.

Was ist das Besondere an diesem Konzept?

Zunächst wollten wir alle wesentlichen Informationen zu einem klinischen Bereich sammeln und an einer Stelle auffindbar machen.

Es ging uns darum, einen Prototyp für moderne homöopathische klinische Literatur zu schaffen – analog zu entsprechenden modernen Werken in der konventionellen Medizin.

Es sollen alle spezifischen Materia Medica - Informationen mit möglichst wenigen Dopplungen zusammengestellt werden.

Damit steht auch ein Repertorium aus klinischen Erfahrungen zur Verfügung, das ausschließlich auf referenzierten Quellen basiert.

Das bedeutet, dass alle Repertoriumseinträge in der Materia Medica und in den Fällen zu finden sind, sozusagen ein Novum der Homöopathie-Literatur.

Wir konnten die Entwicklung und Besonderheiten der Dosologie aufzeigen – beispielsweise wurde zu Beginn mit niedrigen Potenzen gearbeitet, im Laufe der Zeit dann mit Arzneimitteln in höheren Potenzbereichen und immer häufiger wurde in Auflösung appliziert, anstatt einzelner trockener Gaben; dazu kommen Applikationshinweise bei Bewusstlosen, Säuglingen und Kleinkindern.

Die Pneumonie ist weiterhin eine der häufigsten akuten Todesursachen weltweit – insbesondere bei Kindern. Die Krankheitslast ist weltweit anhaltend hoch, nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in westlichen Industrienationen, v. a. im Rahmen im Krankenhaus erworbenen Pneumonien mit multi-resistenten Keimen.

Das Material bildet auch eine gute Grundlage, um homöopathische Forschungsanstrengungen an einem solchen globalen Gesundheitsproblem zu fördern.

Dahinter steht die Vision, kostenfreie Informationen (Open Source) mit allen Werkzeugen für homöopathische Praktiker und Praktikerinnen (digitale App) weltweit zusammenzustellen (analog zur Cochrane Gesellschaft in der konventionellen Medizin), anstatt auf Erlöse aus dem Verkauf zu hoffen, die meist nur einen sehr geringen Teil der Aufwände abdecken.

Wir werben für einen Zusammenschluss nationaler und internationaler Anstrengungen, um die Finanzierung und Umsetzung derartiger Projekte zu unterstützen. In unserem Fall kam die Unterstützung u. a. aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Argentinien.

Wie seid ihr mit dem Wandel der klinischen Begrifflichkeiten umgegangen?

Wir versuchten, die verwendeten klinischen Begrifflichkeiten (aus 200 Jahren) so gut wie möglich exakt herauszuarbeiten und in einem Glossar aufzuführen.
Weiterhin haben wir uns auch mit der Frage beschäftigt, welche Begrifflichkeiten wie in moderne Terminologie übersetzt werden können (z. B. Begriffe wie katarrhalische Pneumonie, typhöse Pneumonie etc.).

Wie seid ihr auf die besondere inhaltliche Darstellung der Materia Medica gekommen?

Ausgangspunkt war die Pneumonie-Materia Medica von Pulford. Dann wurden die Arbeiten von Borland aufgrund der umfassenderen Pneumonie-spezifischen Darstellungen und der klinischen Expertise aufgenommen, was insgesamt etwa 30–35 Arzneiausarbeitungen ergab.

Dazu erfolgten Ergänzungen aus anderen Quellen in der Reihenfolge, in der wir sie aufgefunden haben, wobei jeweils nur das ergänzt wurde, was noch nicht enthalten war. Dies ergab letztlich Informationen zu 146 Arzneimitteln.

Welche Kriterien habt Ihr für die Auswertung von Kasuistiken herangezogen?

Wesentlich war:

  • ein realistisches Bild der Praxis in den verschiedenen Zeitperioden abzubilden, inklusive aller Fehler, die teilweise von uns kommentiert wurden,
  • Unvollständigkeiten in der Falldarstellung herauszustellen,
  • viele Informationen zu sichern, die sonst nirgendwo stehen,
  • grundlegendes Übungsmaterial für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung zu stellen,
  • referenzierte Repertoriumseinträge nur aus Kasuistiken zu übernehmen, wenn sie nachweislich einen kurativen Effekt erzielt haben,
  • bei kleinen Arzneien mit wenigen Informationen prinzipiell nicht anders vorzugehen als bei Polychresten,
  • die klinischen Phasen der Pneumonie mit ihren Erkennungsmerkmalen für Arzneimittel herauszuarbeiten und zuzuordnen.

Wie habt ihr das Repertoriums-Konzept aufgebaut?

Die Basis unseres Repertoriums ist Pulford’s Pneumonie-Repertorium, das laut Aussage von Pulford in diesem Werk auf der Struktur des Kent’schen Repertoriums basiert.

Pulford hat in seinem Repertorium 28 Arzneimittel eingetragen und nicht alle Einträge aus dem Kent’schen Repertorium übernommen.

Im nächsten Schritt wurden alle spezifischen Materia Medica Informationen in vorhandene und neue Rubriken aus der Materia Medica Analyse eingefügt, sofern wir eine eindeutige Quelle für den Eintrag gefunden haben. Dies galt auch für Einträge aus dem Kent’schen Repertorium.

Mit den verwertbaren Hinweisen aus Kasuistiken sind wir analog vorgegangen.

Anschließend haben wir nochmals in aktuellen Standardrepertorien (Synthesis, Complete Repertory, Murphy-Repertorium, Knerr etc.) geprüft, ob zusätzliche Rubriken und Arzneieinträge existieren. Auch hier wurde nur aufgenommen, was eindeutig durch Quellen referenziert werden konnte.

Welche QM-Konzepte wurden für Fehlerkorrekturen angewendet?

Alle gesammelten Fallberichte wurden zweimal durchgearbeitet und repertorisiert, um zu prüfen, ob alle Informationen auffindbar sind. Daraus wurden auch Vorschläge für das Repertorium erarbeitet und eingefügt.

Der Inhalt der klinischen Einführung wurde von einer Fachkollegin aus der Intensivmedizin mit homöopathischem Sachverstand redigiert.

Fünf sehr erfahrenen homöopathischen Kollegen wurde der gesamte Text zur inhaltlichen Kontrolle vorgelegt - darunter Dr. Hans-Jörg Hee (CH), Dr. Carlos Campora (ARG), Prof. Michael Frass (AUT), Tjado Galic (GER) und Dr. Andre Saine (CAN).

Lebenden Autoren wurden die von ihnen verwendeten Infos zum Prüfen vorgelegt und gegebenenfalls korrigiert.

Das englische Lektorat erfolgte durch eine amerikanische Muttersprachlerin.

Vielen Dank für das Interview und für diese großartige Arbeit, die nun den Homöopathen weltweit zur Verfügung steht.

Download des eBooks

Das eBook „Pneumonia – A Synoptic Guide for Homeopathic Treatment 2.0” steht hier kostenlos zum Download bereit.

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