Am Mittwoch den 22.03.1826 bestand ein rebellischer Medizinstudent vor der Prüfungskommission der Fakultät Würzburg sein Medizinexamen und verteidigte seine Dissertation zum Thema Medizin der Zukunft. Leiter des Instituts war Prof. Dr. Johann Lukas Schönlein, einer der Begründer des naturwissenschaftlichen Wandels der Medizin in Deutschland, der später auch in Berlin Lehrer von Robert Remark, Ludwig Traube und Rudolf Virchow wurde.
Der 26 Jahre alte Rebell war als Anhänger der Homöopathie bekannt, was ihm einen sehr schweren Stand unter den Mitstudenten und Ablehnung durch viele Professoren einbrachte. Dennoch bestand er alle Prüfungen mit den höchsten Ehren. Überliefert ist, dass Schoenlein, der als Kritiker der Homöopathie galt, ihn mit Milde zur homöopathischen Behandlung von Scharlach befragte.
Der Mut und Widerspruchsgeist führten den jungen Doktor der Medizin auf eine lange Lebensreise, die ihn vom Blochmann Institut Dresden auf Expeditionen nach Surinam in Südamerika führte, wo er ein Lepraspital errichtete und intensive Naturforschungen betrieb. Später wurde er zum Begründer der Nordamerikanischen Homöopathie in Philadelphia.
Ein Leben, das reich an unermüdlichen Anstrengungen war und sich ganz der wissenschaftlich systematischen Entwicklung der Homöopathie verschrieb.
Die bemerkenswerte Vision einer Medizin der Zukunft, die natur- und humanwissenschaftliches Denken in allen medizinischen Disziplinen vereinen kann, war der Leitfaden für Constantin Hering, die Homöopathie weiter zu entwickeln. Eine Vision, die auf den Tag auch 200 Jahre später unvermindert aktuell ist.
Dieses Denken steht für die Medical Humanities. Eine interdisziplinäre Ausrichtung für eine holistische Entwicklung der Medizin.
Mit diesem Positionspapier freuen wir uns als Constantin Hering Stiftung® in der Fachschaft an den visionären Mut und den unbeirrbaren Einsatzwillen zu erinnern, den es dafür braucht.
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